Silent Voice

SilentVoice
Silent Voice_Foto©PeterPoeschl

Ein Tanzstück rund um die Kraft hinter der Stille von und mit Sawako Nunotani

Zwischen Worten,
Hinter dem Bildschirm,
Inmitten von Lärm,
Hinter deinen Lippen:
Eine Entdeckungsreise zur Stillen Stimme dieser Welt.

Silent Voice,
was man nicht sagen kann, was man nicht sagen darf, was man nicht sagen will.
Die Stimme, die nicht mehr gehört wird, die nichts mehr in dieser Welt hinterlässt, die einfach ausgegangen ist.
Basis für die tänzerische Aufarbeitung des Themas ist Musik unterschiedlichster Herkunft. Die szenischen Hörbilder werden unterstützt durch fantasievoll eingesetzte Requisiten. Jede der elf verschiedenen Szenen symbolisiert mit verschiedenen Objekten wie Transparentpapier, Kleidung, Zeitungspapier, Maske oder eben kein Objekt unterschiedliche, unhörbare Stimmen der Welt.

Die Verwandlung von Szene zu Szene geschieht unauffällig und unspektakulär. Mit Hilfe sorgfältig eingesetzter Licht-Technik gleitet ein gehörtes Bild in das nächste. Unterschwellig passiert damit ein Perspektivwechsel. Heimlich schleicht sich die eigene Gedankenwelt ein.
Jeder empfindet anders. Lachen. Bezauberung. Zeitreise.
In der gemeinsam mit den Komponisten in Japan erarbeiteten Vertonung versteckt sich das Heute im Gestern. Eingearbeitete Tonaufnahmen von Stimmen und Statements aus dem Radio lassen Grenzen zwischen Musik und Wort verschwimmen.
Der Strudel von Bild, Ton und Köpersprache nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch eigene Gedankenwelten. Nach knapp einer Stunde wird der Widerspruch im Titel der Inszenierung nachvollziehbar. Silent Voice ist eine geräuschintensive Vorwegnahme von sich still und leise anbahnenden Veränderungen der heutigen Zeit.
Die darstellende Aneinanderreihung ist ganz ohne Wertung. Sie lässt den Zuschauer dann und wann wie in einen Spiegel blicken. Am Ende der Aufführung steht damit der überraschende Effekt, dass Mensch sich selbst zu applaudieren hat.
Silent Voice ist voller Poesie und gleichzeitig radikal.

Silent Voice: Foto©Peter Pöschl

Nunotani ist es mit dem Stück Silent Voice gelungen, ihrer These von der immensen Kraft ungehörter Stimmen ein Bild zu geben.
Das Stück lebt stark vom Ort der Aufführung. Licht- und Ton-Technik, die Bühnen-Situation und die Platzierung der Zuschauer haben in ihrer Gesamtheit einen großen Einfluss auf das gesamte Stück. Sie werden bei der Wiederaufnahme mit einbezogen.
„Silent Voice“ wurde im Theater-IST in Osaka, Japan 2004 uraufgeführt. 2015 zeigte Nunotani im Theaterhaus Stuttgart eine einzelne Szene im Rahmen von „Tanzspur“ und „Open Stage“ im Theater FITZ. Nach wie vor von hoher Bedeutung für die Gegenwart wurde
das gesamte Stück in einer Neuauflage erstmals nach 15 Jahren auf der Remstal Gartenschau 2019 in Fellbach aufgeführt hat. Das Ambiente der Gartenschau ist der ehemalige Sickerwasserbehälter der Alten Kläranlage im Weidachtal. Im totalen Rund der Anlage spielt die Wahrnehmungsfähigkeit des Gehörs eine besondere Rolle. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine fantasievolle Reise durch sonst nicht artikulierte Bildwelten.

Foto: Peter Pöschl
Das Team
Tanz, Choreografie, Kostüme, Objektbau - Sawako Nunotani
Sounds, Soundbearbeitung - Kayoko Arisato, Takashi Tajima, K-suke
Choreographische Assistentin- Juliane Zimmermann
Assistentin - Tiina Kern
Lichtgestaltung/Ton Technik - Doris Schopf

Foto: Peter Pöschl
Japan Premiere: November 2004 Theater IST Osaka 
Deutschland Premiere: am 13.06.2019
Weitere Aufführung: am 14.06.2019
Im Rahmen der Remstal Gartenschau 2019, Natur-Kunst-Räume Weidachtal, Fellbach-Oeffingen
Wiederaufnahme 2019: am 07.09.2019, Alte Grundschule Ohto, Nara Gojo Ohto, Japan
Wiederaufnahme 2020: am 06./07./08.03.2020 Theater FITZ Stuttgart
Kooperation mit Kunstwerk Fellbach e.V.(Premiere)  Gefördet von Kulturamt Stuttgart, TANZPAKT Stadt Land Bund aus Mitteln der Beauftragten für Kultur und Medien sowie durch die Stadt Stuttgart, den Landesverband Freie Tanz-und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden- Württemberg. 
Mit Unterstützung des Produktionszentrum Tanz + Performance e.V.
Freie Tanz-und Theaterszene Stuttgart.(Wiederaufnahme)